Komplementärmedizin steuerlich absetzbar

Der Bundesfinanzhof wertet die Kosten homöopathischer, anthroposophischer oder phytotherapeutischer Behandlungen als außergewöhnliche Belastungen. Vorausgesetzt, eine Ärztin oder ein Arzt haben sie verordnet.

Im vorliegenden Streitfall hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen für heileurythmische Behandlungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar sein können. Das Urteil wurde am 26. Februar 2014 (Az. VI R 27/13) gefällt und erst Ende Juni veröffentlicht.

Unter anderem für Bade- und Heilkuren sowie für wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden ist der Nachweis der Zwangsläufigkeit durch ein vor Beginn der Heilmaßnahme ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder die Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung zu erbringen (§ 64 Abs. 1 Nr. 2 EStDV).

Nun hat der BFH - dem erstinstanzlichen Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 17. April 2013 (Az. 5 K 71/11) folgend - entschieden hat, dass für den Nachweis der "Zwangsläufigkeit" (vgl. § 33 EStG) der Aufwendungen für Heileurythmie im Krankheitsfall eine Verordnung eines Arztes ausreichend ist. Die Finanzgerichtsbarkeit ist damit der Argumentation gefolgt, dass es sich bei der Heileurythmie als Heilmittel der gesetzlich anerkannten Besonderen Therapierichtung Anthroposophische Medizin nicht um eine "wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethode" handelt, für die ein qualifizierter Nachweis in Gestalt eines amtsärztlichen Gutachtens oder einer MDK-Bescheinigung erforderlich wäre.

Das Urteil betraf Aufwendungen für Heileurythmie, die Aussagen des Urteils gelten jedoch ohne weiteres für alle Heilmittel der Besonderen Therapierichtungen, neben der Anthroposophischen Medizin gehören dazu auch Akupunktur, Phytotherapie und Homöopathie.

Bevor man allerdings eine außergewöhnliche Belastung steuermindernd geltend machen kann, muss man die "zumutbare Belastung" erst einmal ohne steuerliche Unterstützung alleine aufbringen. Diese "zumutbare Belastung" hängt prozentual vom Einkommen ab (1 - 7 Prozent der Gesamteinkünfte). Dieser Betrag war bei der Klägerin bereits anderweitig ausgeschöpft.

Quelle: DAMiD e. V, Newsletter Steuerbüro Nausester, Ärztezeitung online

Das Urteil im Originaltext finden Sie hier.

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