Preisträgerin 2015

Baden-Baden, 31.10.2015: Gestern Abend wurde Heidemarie Haller von der Universität Duisburg-Essen für ihre Arbeit zur craniosacralen Therapie bei chronischen Nackenschmerzen ausgezeichnet. Die Karlsbader Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung vergab bereits zum 9. Mal den bedeutendsten Forschungspreis in der Komplementärmedizin in Deutschland.

Nackenschmerzen können quälend sein. Jeder zweite ist davon im Laufe seines Lebens mindestens einmal betroffen, jeder zehnte leidet unter chronischen Beschwerden. Die Folgen sind oft weitreichend, vom Arbeitsausfall bis zum vollständigen gesellschaftlichen Rückzug. Und Nackenschmerzen sind oft ohne ersichtliche Ursache, was ihre Behandlung erschwert.

Für Physiotherapeuten zählt neben Bewegungstherapie und Akupunktur auch die Craniosacrale Therapie zu den angewandten komplementären Therapieverfahren. Hierbei handelt es sich um eine Variante der osteopathischen Medizin, bei welcher Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels und des Nackens ausgeführt werden. Das im Wesentlichen aus empirischen Erkenntnissen entwickelte Wirkmodell dieser Therapie ist bis heute kaum wissenschaftlich systematisch evaluiert. Gleichwohl schwören viele Menschen und natürlich auch Therapeuten auf diesen Ansatz, nicht zuletzt beim Krankheitsbild, das die Preisträgerin in den Fokus genommen hat, den unspezifischen Nackenschmerz.

Die preisgekrönte Studie von Heidemarie Haller et al bestätigt nun mit dem höchsten wissenschaftlichen Standard die Wirksamkeit und Sicherheit der Craniosacralen Therapie bei chronisch unspezifischen Nackenschmerzpatienten. Denn sie weist unter anderem die Wirksamkeit gegenüber einer Scheinbehandlung in einem gut angelegten und methodisch sauberen Studiendesign nach.

„Und Frau Haller geht noch einen Schritt weiter“, begründet die Jury die Auswahl der Arbeit. “Sie erweitert ihre quantitativen Analysen um einen qualitativen Teil. Sie begnügt sich nicht mit den verallgemeinerbaren Aussagen, wie sie Ziel jeder guten Studie sind. Sondern sie interessiert sich darüber hinaus auch für die individuellen Erfahrungen der Teilnehmer der Studie.“ Im Rahmen ausführlicher Interviews wurde so auch das sehr persönliche  Erleben der Beschwerden, der Behandlungen und der Veränderungen dokumentiert. So berichtet einer der Teilnehmer nach Studienende: „Und das Bemerkenswerte ist, und das hatte ich eben viele Jahre nicht mehr, ist dieses aufrechte Gefühl. Weil man steht ja anders im Leben da und ich habe das Gefühl, mehr Kraft zu haben, mehr Energie und es fühlt sich im Gesamten ganz anders an. Also viel besser.“

Eine Kurzfassung der Arbeit finden Sie hier als pdf.

22. Nov 2017, - Berlin Auditorium Friedrichstraße
21. Feb 2018, - Filderklinik Filderstadt
18. Apr 2018, - Kongress- und Kurhaus Freudenstadt

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