Weiterbildung allgemein

Als ärztliche Weiterbildung wird das Erlernen ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nach abgeschlossenem Medizinstudium und Approbation (Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit) definiert. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgung der Patienten. Weiterbildungen werden in Umfang, Struktur und Inhalt (Curriculum) von der Bundesärztekammer zugelassen. Diese legen ebenso die Zugangsvoraussetzungen fest.

 

 

So schließt sich an das Medizinstudium häufig eine Facharztausbildung an. Diese dauert in der Regel fünf Jahre und schließt mit der Qualifikation als Facharzt, z.B. Fachärztin für Gynäkologie, Kinderärztin, ab.

Der Erwerb einer Zusatzbezeichnung ist erst nach erfolgreichem Abschluss der Facharztausbildung möglich. Auch für den Erwerb einer Zusatzbezeichnung hat die Bundesärztekammer gemeinsam mit den ärztlichen Fachgesellschaften ein entsprechendes Curriculum festgelegt.

Für das Gebiet der Naturheilkunde und der Komplementärmedizin gibt es bisher drei als Weiterbildung und damit zur Zusatzbezeichnung zugelassene Verfahren (Naturheilverfahren, Akupunktur, Homöopathie), die jeweils von unterschiedlichen Bildungsträgern angeboten werden.

Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung

Zusatzbezeichnung Akupunktur

Die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Akupunktur beinhaltet nach (Muster-)Kursbuch von 2003/2010 120 Stunden Kursweiterbildung. In diesen Kursen werden die theoretischen Grundlagen und die praktischen Übungen zur Nadeltechnik und Lokalisation der aufgeführten Punkte gelehrt. Darauf folgen 60 Stunden praktische Akupunkturbehandlung am Patienten durch die Kursteilnehmer persönlich unter Anleitung eines dafür ausgebildeten Arztes für Akupunktur. Zusätzlich werden 20 Stunden Fallseminare in mindestens 5 Sitzungen absolviert.

Zusatzbezeichnung Homöopathie

Die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Homöopathie gliedert sich nach (Muster-)Kursbuch von 2003/2006 in 160 Stunden Kurs-Weiterbildung sowie 100 Stunden Fallseminare einschließlich Supervision.

Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren

Die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren beinhaltet nach dem (Muster-) Kursbuch von 2005 160 Stunden Kurs-Weiterbildung. Das Curriculum beinhaltet eine Einführung in zahlreiche Verfahren und Therapieformen der Naturheilkunde, von der Phytotherapie bis zur Ordnungstherapie, von ausleitenden Verfahren bis zur Atemtherapie.

Der Anwendung von Naturheilverfahren liegt ein ganzheitliches Medizinverständnis zugrunde, welches ressourcenorientiert und auf Nachhaltigkeit bedacht ist. Im Rahmen der individualisierten und adaptionsorientierten, typischerweise multimodalen Behandlungskonzeption werden physiologische und psychologische Regulationsmechanismen genutzt. Therapieziele sind die Anregung der Selbstheilungskräfte durch naturgegebene Einwirkungen einschließlich gezielter unspezifischer und spezifischer systemischer und lokaler Reize sowie die Anleitung und Förderung zur Übernahme von Eigenverantwortung durch den Patienten.

Curriculare Vollausbildungen

Curriculare Vollausbildungen werden von den verschiedenen ärztlichen Fachgesellschaften angeboten. Diese Ausbildungen gehen weit über die Inhalte der Zusatzbezeichnung hinaus. Die Abschlüsse werden unter anderem als Master oder Diplom bezeichnet.

Gleiches gilt für weitere Verfahren wie die Anthroposophische Medizin, die Neuraltherapie, Ayurveda-Medizin und Osteopathie. Die Curricula finden sich auf den Webseiten der entsprechenden Fachgesellschaften.  

22. Nov 2017, - Berlin Auditorium Friedrichstraße
21. Feb 2018, - Filderklinik Filderstadt
18. Apr 2018, - Kongress- und Kurhaus Freudenstadt

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