Komplementärmedizin in der Onkologie

Krebspatienten profitieren von regelmässiger Yogapraxis

Sowohl während der Therapie als auch nach deren Beendigung profitieren Krebspatienten von einer regelmäßigen Yogapraxis. In einem Review (Cancer 2019; online 1. April) mit 29 randomisierten, kontrollierten Studien zeigte sich kürzlich ein klarer Nutzen in verschiedenen Bereichen der Lebensqualität und eine Verbesserung von Fatigue (Erschöpfung) und Stressverarbeitung bei Krebs.

In den eingeschlossenen Studien nahmen die Patienten während und / oder nach der Behandlung an Yogakursen teil. In den Vergleichsgruppen waren Patienten beteiligt, die andere Sportarten betrieben, oder nur die Standardtherapie erhielten. Der größte Teil der Studienteilnehmer waren Brustkrebspatientinnen.

In fünf von sechs Studien zeigten sich positive Effekte von Yoga während der Krebstherapie auf die allgemeine Lebensqualität. Die Fatigue nahm bei den Krebspatienten in fünf von acht Untersuchungen signifikant ab. In einigen Studien ergaben sich zudem Verbesserungen beim Stressempfinden sowie bei verschiedenen Biomarkern. Auch die „Anschluss“-Gruppen (Yoga nach der Therapie) schnitten bei der Lebensqualität und der Fatigue besser als die Vergleichsgruppen ab. Zusätzlich verbesserten sich durch das Yoga Kognition, Lymphödeme, Vitalität, Schlaf und Depression.

In keiner der untersuchten Studien ereigneten sich schwere unerwünschte Ereignisse, die durch Yoga bedingt waren. Angesichts der sicheren Anwendung in Verbindung mit den klar erkennbaren Vorteilen und den relativ geringen Kosten erscheine es sinnvoll, Krebspatienten zu ermuntern, an entsprechenden Programmen
teilzunehmen, so das Resümee der Wissenschaftler.

Zum Abstact der Studie