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Hufelandgesellschaft für Gesamtmedizin e.V.
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Pressemeldungen

11. November 2009
| Aktuelles Hufeland-Verzeichnis gibt Orientierung bei der Abrechnung komplementärmedizinischer Leistungen |

19. März 2009
| 4. Komplementärmedizinische Gespräche - Welche Rahmenbedingungen braucht die Komplementärmedizin? |

6. März 2008
| 3. Komplementärmedizinische Gespräche 2008 - Prävention als Gesamtkonzept |

13. Februar 2008
| Ärzteverbände gründen „Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin“ |

24. Mai 2007
| Komplementärmedizinische Gespräche 2007 |

11. Mai 2006
| Komplementärmedizin im Gespräch |

10. Mai 2006
| Komplementärmedizinische Gespräche: „Perspektiven für eine ganzheitliche Medizin“ |

7. September 2005
| Pressekonferenz: Therapiefreiheit - Grundlage eines modernen
Gesundheitswesens
|

6. September 2005
| Pressekonferenz: Welche Rolle spielen komplementäre Heilverfahren künftig in unserem Gesundheitssystem? |

2. Juni 2005
| Eröffnung des Hauptstadtbüros Komplementärmedizin |

9. März 2005
| Zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der
gesundheitlichen Prävention
|

 



 

4. Komplementärmedizinische Gespräche - Welche Rahmenbedingungen braucht die Komplementärmedizin?(19. März 2009)


Berlin, November 2009 – Außer der Homöopathie sind nur wenige diagnostische und therapeutische Leistungen der Komplementärmedizin in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgebildet: Mit dem Hufeland-Leistungsverzeichnis können sich Ärzte, Patienten und Versicherer verlässlich über Höhe und Angemessenheit von Abrechnungen informieren. Im jetzt bei Haug erschienenen Hufeland-Verzeichnis wurden Methoden wie Osteopathie und Feldenkrais ergänzt, die Laborleistungen erweitert.


Die Hufelandgesellschaft hat als Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin das „Hufeland-Leistungsverzeichnis der Besonderen Therapierichtungen“ (Haug, Stuttgart. 2009) in der fünften Auflage dem derzeitigen Stand der Komplementärmedizin angepasst. Das Verzeichnis umfasst die Verfahren, die in den ärztlichen und zahnärztlichen Praxen, klinischen Ambulanzen und naturheilkundlichen Abteilungen in Krankenhäusern angewendet werden. Der Schwerpunkt liegt auf den Methoden, die in der Naturheilkunde, der Homöopathie und Akupunktur und der anthroposophischen Medizin häufig zur Anwendung kommen. Für Prof, Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde und der Hochschulambulanz für Naturheilkunde der Charité am Immanuel Krankenhaus Berlin, ein unverzichtbares Buch: „Das Hufeland Verzeichnis ist ein wichtiger Schritt zur Implementierung der seriösen Naturheilkunde und Komplementärmedizin in die medizinische Versorgung in Deutschland. Die Patienten in Deutschland möchten eine Integrative Medizin, das heißt ‚Das Beste von Beidem’ – hochwertige Komplementärmedizin und Naturheilkunde in Kombination mit Schulmedizin.“

Da die Bedeutung der Diagnostik in der komplementärmedizinischen Betreuung der Patienten erheblich zunimmt, wurden die Laborleistungen im aktuellen Verzeichnis erweitert. Das Verzeichnis führt Abrechnungsziffern für Untersuchungen im Zusammenhang mit Allergien und Unverträglichkeiten, im Bereich der Mikrobiologischen und Orthomolekularen Medizin, sowie Untersuchungen zu umweltmedizinischen Fragestellungen auf.

Inhalt und Umfang des Verzeichnisses sind durch die Arzneimittelkommission der Hufelandgesellschaft geprägt. Bevor eine Methode in das Leistungsverzeichnis aufgenommen wird, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein: Das Verfahren muss theoretisch erklärbar und in der Praxis bewährt sein, sowie mit theoretischen Denkansätzen ein plausibles Konzept ergeben. Ein weiteres Aufnahmekriterium ist die Lehr- und Lernbarkeit des jeweiligen Verfahrens. Denn bevor ein Arzt eine dieser Methoden anwenden darf, ist er verpflichtet, eine qualifizierte Ausbildung bei einer ärztlichen Fachgesellschaft oder einer entsprechenden ärztlichen Institution abzuschließen.

Angemessene und transparente Gebührenforderungen sind für ein solides Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, Patient und Versicherer unabdingbar. Das Hufeland-Leistungsverzeichnis stellt keine Gebührenordnung dar. Es dient als Empfehlung für den Arzt, Orientierung für den Versicherer und dem Schutz des Patienten.

Das Verzeichnis enthält zu jedem Verfahren neben einer Methodenbeschreibung die jeweils gebräuchlichsten Leistungen mit Abrechnungsvorschlägen. Sie bestehen aus der Angabe des einfachen Gebührensatzes sowie des Punktwertes. Da viele Leistungen nicht in der GOÄ aufgeführt sind, haben ihnen die Herausgeber gleichwertige oder ähnliche Gebührenordnungs-Ziffern zugeordnet. Diese Ziffern sind zu den aufgelisteten Leistungen mit aufgeführt, so dass der behandelnde Arzt die GOÄ-Ziffer kennt, die direkt oder analog dem Abrechnungsvorschlag zugrunde liegt.

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4. Komplementärmedizinische Gespräche - Welche Rahmenbedingungen braucht die Komplementärmedizin?(19. März 2009)


Berlin, 19. März 2009. Die Rahmenbedingungen für die Komplementärmedizin sind alles andere als gut. Während die Nachfrage seitens der Patientinnen und Patienten nach wie vor steigt, kommen die komplementärmedizinischen Ansätze sowohl in der Ausbildung als auch in der Wissenschaft kaum vor. Dass sich diese Diskrepanz sehr problematisch auf die ambulante und stationäre Versorgung auswirkt, zeigten die 4. Komplementärmedizinischen Gespräche, die gestern in Berlin zum Thema „Welche Rahmenbedingungen braucht die Komplementärmedizin?“ stattfanden. Diskutiert wurde auch, was die Komplementärmedizin selber leisten kann und soll, um die Bedingungen zu verbessern – und was gesundheitspolitisch getan werden muss, um komplementärmedizinische Ansätze endlich in dem Umfang anbieten zu können, in dem sie nachgefragt werden.

Der erste Teil der Veranstaltung war dem Austausch zwischen Ärzten und Wissenschaft gewidmet: Am Nachmittag schilderten und diskutierten Ärztinnen und Ärzte, welche konkreten Spielräume es in unserem Gesundheitssystem für die Komplementärmedizin gibt: In der medizinischen Versorgung schwinden die Räume für eine integrativ ausgerichtete Medizin wie die Komplementärmedizin, denn diese Ansätze kosten in der Regel mehr Zeit. Im Gespräch, an dem sich auch das Publikum lebhaft beteiligte, zeigte sich aber, dass der zusätzliche Zeitaufwand im Ergebnis aber meist trotzdem kostengünstiger sei, da in einer individuell ausgerichteten Medizin viele teure Maßnahmen vermieden werden können, die sonst standardisiert durchgeführt werden. „Für eine sprechende Medizin ist heute keine Zeit mehr, für eine hörende schon gar nicht“, fasste Dr. Dorothee Struck, niedergelassene Ärztin mit Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren, die heutige Situation zusammen. Dr. Hendrik Vögler (anthroposophischer Arzt) aus Dortmund ergänzte: „Zu der pauschalierten Honorierung kommt noch das Problem, dass die Medizin heute durch eine falsch verstandene Leitlinien-Medizin immer stärker standardisiert“. Da müsse auch die Ärzteschaft Stellung beziehen.

Wie ein roter Faden zog sich folgendes Ergebnis durch die verschiedenen Beiträge: Es muss mehr getan werden, um die Vielfalt der Komplementärmedizin wissenschaftlich belegen und in der medizinischen Versorgung besser abbilden zu können. Das alte Vorurteil, dass die Komplementärmedizin erst dann stärker berücksichtigt werden könne, wenn der vollständige Wirksamkeitsnachweis erbracht worden sei, wurde von Prof. Dr. Andreas Michalsen (Immanuel Krankenhaus, Zentrum für Naturheilkunde Berlin, Stiftungsprofessur Klinische Naturheilkunde der Charité Berlin) selbstbewusst zurückgewiesen: „Die Naturheilkunde ist heute zu einem relativen Anteil evidenzbasiert, anders als noch vor 15 Jahren“. Zu denken geben sollte allerdings, dass es seit 1999 keine öffentliche Forschungsförderung mehr gebe, so Michalsen als Vorstand der Hufelandgesellschaft.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde mit den gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Bundestagsfraktionen Annette Widmann-Mauz, MdB (CDU), Dr. Marlies Volkmer, MdB (SPD), Dr. Konrad Schily, MdB (FDP), Biggi Bender, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Frank Spieth, MdB (Die Linke) diskutiert, unter welchen Bedingungen die Komplementärmedizin arbeitet – und was es zu verändern gilt. Dr. Ellis Huber wies in seinem Impulsvortrag darauf hin, dass die heutige Medizin keine Beziehungen zwischen Patient und Arzt zulasse: „Entscheidend ist die soziale Beziehungsgestaltung“. Einig war man sich, dass integrative Konzepte dringend benötigte Innovationen seien und mehr Versorgungsforschung das auch belegen könne. Allerdings müsse es mehr Lehrstühle für die Komplementärmedizin geben. Zur gegenwärtigen Situation der gesetzlichen Krankenversicherung gab es auch auf dem Podium kritische Stimmen: „Der neue Gesundheitsfonds setzt die Krankenkassen unter Spardruck. Innovationsfördernd ist das nicht“, meinte Biggi Bender (Bündnis 90/Die Grünen). Das Fazit nach einer Stunde gesundheitspolitischer Debatte: Neue und große Freiräume sind für die Komplementärmedizin momentan nicht zu erwarten. Trotzdem wäre schon viel gewonnen, so Dr. Thomas Breitkreuz (Leitender Arzt am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke), wenn mehr Freiräume geschaffen werden, um integrative Medizin modellhaft erproben zu können.


Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Hufelandgesellschaft (Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin) und vom Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD).


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Weitere Hintergrundtexte finden Sie | hier | als pdf-Datei (32 kb).

 

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3. Komplementärmedizinische Gespräche 2008 - Prävention als Gesamtkonzept(6. März 2008)


Berlin, 6. März 2008. Es lohnt sich, um die Prävention zu ringen. Das hat sich auch bei den „Komplementärmedizinischen Gesprächen“ am 5. März 2008 in Berlin gezeigt, als es darum ging, die „Prävention als Gesamtkonzept“ – so der Untertitel der Veranstaltung – zu diskutieren. Während es zu Zielen und Herausforderungen für die Prävention viel Konsens gab, wurde über die zukünftige Infrastruktur und die Mittelverteilung kontrovers diskutiert. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Hufelandgesellschaft (Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin) und vom Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD). Als politische Vertreterinnen und Vertreter waren anwesend: Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder (BMG), Dr. Rolf Koschorrek, MdB (CDU), Peter Friedrich, MdB (SPD), Dr. Konrad Schily, MdB (FDP), Biggi Bender, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Frank Spieth, MdB (Die Linke). Die Moderation hatte Thomas Altgeld übernommen.

 

Engagement der gesetzlichen Krankenversicherung

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Dr. Hans-Jürgen Ahrens die Prävention in der gesetzlichen Krankenversicherung im Spannungsfeld von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung und unternehmensstrategischer Ausrichtung vor: Präventionsmaßnahmen seien für gesetzliche Krankenversicherungen eben auch ein wichtiges Marketing-Instrument, um im Wettbewerb der Kassen bestehen zu können. Gleichzeitig seien sich die Kassen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst, so der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Besonders wichtig sei es, mehr Ressourcen für die Verhältnisprävention (zum Beispiel gesundheitsgerechte Arbeits- und Lebensbedingungen) bereit zu stellen – aber natürlich auch, bei der Selbstverantwortung der Versicherten anzusetzen: „Wir möchten auch Hinweise geben, was die Menschen an grundsätzlichen Lebensstilveränderungen umsetzen können. Wir können und müssen dabei von jedem einzelnen mehr erwarten“. Gerade hier könne die Komplementärmedizin viel beitragen.

 

Zeit für einen Perspektivwechsel?

Im zweiten Impulsvortrag „Zum holistischen Präventionsbegriff der Komplementärmedizin“ regte Dr. Harald Matthes (Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe und Vorstandsmitglied Hufelandgesellschaft) einen Perspektivwechsel an. Der Anteil der durch Risikofaktoren verursachten Krankheitsbilder sei sehr groß: „Dieses Feld sollten wir unbedingt bearbeiten“. Um aber die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Präventionsmaßnahmen unter Alltagsbedingungen umsetzen zu können, gelte es, von einer pathogenetisch orientierten zu einer salutogenetisch ausgerichteten Perspektive zu kommen: „Statt zu fragen 'Was macht uns krank?', sollten wir auch fragen 'Was hält uns gesund?'“ Die salutogenetische Perspektive verleihe den Patienten mehr Autonomie, da Gesundheit als aktiver Selbstregulationsprozess und Krankheit nicht ausschließlich als passive Funktionsstörung verstanden wird. Für die Prävention bedeute das: Langfristige Erfolge im Sinne einer nachhaltigen Gesundheitsförderung werden sich nur dann erzielen lassen, wenn Prävention über die reine Risikovermeidung und -minimierung hinausgehe und stattdessen darauf abziele, die Gesundheit durch Erhöhung der Widerstandskraft und Schaffung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen (Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung etc.) zu stärken: „Gesundheitsförderung bedeutet die Befähigung zum Umgang mit Risiko“. Um wirklich und dauerhaft präventiv zu agieren, gelte es – so Harald Matthes abschließend – integrative Medizinkonzepte zu entwickeln, um Prävention im Sinne von Risikovermeidung und Interventionsmedizin mit einer salutogenetisch ausgerichteten Gesundheitsförderung zu kombinieren.

 

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Eine ganz andere Perspektive fächerte Professor Dr. Klaus Dörner in seinem Beitrag „Prävention im Alter“ auf: Prävention sei immer Teil eines gesellschaftlichen Gesamtkonzeptes, das sich aber in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich geändert habe: „In der Gesellschaft gibt es eine neu erwachte Kultur des Helfens, das bürgerschaftliche Engagement wächst.“ Diese Aufgabe wird für viele zu einem wichtigen sinnstiftenden Aspekt – quasi zu einem „dritten Lebensraum“, der die Bereiche „Arbeit“ und „Freizeit“ erweitert und ergänzt. Das sei eine äußerst sinnvolle Entwicklung, von der alle profitieren – zumal der medizinische Sektor aufgrund der demografischen Entwicklung an die Grenzen seiner Kapazität kommt. Die Sinnhaftigkeit dieses bürgeschaftlichen Engagements sei unbestritten und ein wichtiger Schritt in eine gesamtgesellschaftlich verstandene Prävention.

 

Ringen um das Präventionsgesetz

Als Auftakt zur anschließenden Podiumsdiskussion mit den Gesundheitspolitikerinnen und -politikern sprach Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder zu Zielen und Inhalten des geplanten Präventionsgesetzes. Als Herausforderungen für die Prävention nannte er vor allem die Zunahme der chronischen Erkrankungen, das Gesundheitsrisiko Armut sowie die geringe Teilnahme an der Prävention in den bildungsfernen Schichten: „Nur kümmerliche sechs Prozent der Patientinnen und Patienten werden heute von den Präventionsangeboten erreicht“. Deshalb müsse es verstärkt darum gehen, die Menschen in ihrer Lebenswelt anzusprechen, um die Bürgerinnen und Bürger in ihrem prägenden Umfeld zu erreichen. Über dieses Ziel war man sich auch in der folgenden Gesprächsrunde einig: Die Prävention soll gestärkt und in der Fläche qualitätsgesichert angeboten werden. Kontroverse politische Positionen zum geplanten Präventionsgesetz wurden jedoch auch auf diesem Podium deutlich: Während Peter Friedrich von der SPD sagte: „Ja, ich will den handelnden Staat“ und durch das Eingreifen der Politik sicherstellen will, dass die Prävention auch wirklich da ankomme, wo sie benötigt wird – nämlich bei den vulnerablen Gruppen –, sah Dr. Rolf Koschorrek (CDU) bei staatlichen Vorgaben vor allem die Gefahr, dass eine zentrale hierarchische Finanzstruktur bereits bestehende und gute Präventionsangebote eher behindere: „Im Bund sollten Ziele und Qualitätskriterien definiert werden, die Ausführung sollte denen überlassen bleiben, die die Präventionsangebote auch wirklich ausführen“. Für Biggi Bender von den Grünen stellt sich die Prävention vor allem als soziale Frage, da noch längst nicht gewährleistet sei, dass die Prävention bei den sozial Benachteiligten auch wirklich ankomme: „Dazu braucht man staatliche Gerüste, um auf Bundesebene klare Ziele, Kriterien zu Qualitätsentwicklung und Evaluation festlegen zu können“. Gerade die staatliche Einflussnahme wurde von Dr. Konrad Schily (FDP) kritisiert: „Viel wichtiger ist es, Präventionsziele – zum Beispiel zu Stoffwechsel- oder koronaren Herzerkrankungen zu definieren, die dann in die Breite wirken können“. Außerdem, so Schily, habe Prävention auch immer viel mit einem erfüllten Leben zu tun, was natürlich nur individuell entwickelt werden könne: „Und ein zentrales Institut für Lebenssinn wird es wohl kaum geben können“. Eine stärkere Beteiligung zu ermöglichen, war der Ansatz von Frank Spieth (Die Linke), der kritisierte, dass über die Betroffenen zwar geredet werde, aber eben nicht mit ihnen: „Wir brauchen eine Demokratisierung der Gesundheitspolitik“. In der Gegenüberstellung wurde deutlich, dass es immer noch wichtige Differenzen zur Prävention gibt. Oder wie Rolf Koschorrek sagte, als er auf seine Einschätzung zum gegenwärtigen Gesetzgebungsverfahren befragt wurde: „Ohne Nachtschichten wird es sicherlich nicht gehen“.

 

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Ärzteverbände gründen „Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin" (13. Februar 2008)


Es gibt ein neues Bündnis innerhalb der Komplementärmedizin. Ende Januar gründeten die Hufelandgesellschaft, der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren (ZÄN), der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMID) und der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in Berlin die "Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin". Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist das gemeinsame Vertreten von Interessen gegenüber Politik, Verbänden und der Öffentlichkeit. Es ist den Verbänden ein Anliegen, der komplementären Medizin ihre Stellung im Gesundheitssystem zu sichern.

 

Die Komplementärmedizin muss aufgewertet werden

Das erste gemeinsame Projekt ist der koordinierte Einsatz der Verbände für eine Aufwertung der Komplementärmedizin im Rahmen der Neubewertung der GOÄ: Auf einer Veranstaltung der Bundesärztekammer zur Bewertung ärztlicher Leistungen traten Anfang Februar erstmals die Ärzteverbände der Komplementärmedizin gemeinsam auf. In einem Positionspapier wurden die wichtigsten Eckpunkte für eine deutliche Aufwertung aller „qualitätsgesicherten ärztlichen Verfahren für den Bereich der Komplementärmedizin (vergl. SGB V)“ gefordert. Die Verbände sprachen sich dafür aus, dass in der GOÄ die ärztlichen Leistungen abgebildet sein müssen, die von den Versicherern erstattet werden. Die GOÄ muss die sichere Grundlage sein, da das Erstattungsverhalten der PKV nicht einheitlich sei, heißt es in dem Positionspapier. Kritisiert wird die starre Ausrichtung der GOÄ-Leistungsinhalte auf Leitlinien und die Überbewertung evidenzbasierter Studien als Erstattungsgrundlage. Die Verbände, die den überwiegenden Teil aller im Bereich der Komplementärmedizin tätigen Ärztinnen und Ärzte vertreten, weisen auf die lange Tradition der Komplementärmedizin und ihre erfolgreiche Versorgungsrealität hin: „Die Validität der Komplementärmedizin unterliegt keinem 50-prozentigen Fünfjahresverfallsdatum, wie dies derzeit für RCT geprüfte Therapieformen gilt.“

 

Das Positionspapier der "Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin"
finden Sie | hier | als pdf-Datei (26 kb).

 

Nähere Informationen zu den Mitgliedern der „Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin“ finden Sie hier:

www.damid.de
www.dzvhae.com
www.hufelandgesellschaft.de
www.zaen.de

 

 

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Komplementärmedizinische Gespräche 2007 (24. Mai 2007)


Am 23. Mai 2007 fand der parlamentarische Abend der Hufelandgesellschaft statt, der wie bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem DAMiD als Veranstaltung des ‚Hauptstadtbüros für Komplementärmedizin’ organisiert und durchgeführt wurde.

Erneut waren zahlreiche Gäste aus der Politik und dem Gesundheitswesen der Einladung gefolgt, um sich zum Thema Forschung und Komplementärmedizin zu informieren. An der Podiumsdiskussion zu der Frage „Politische Rahmenbedingungen und Forschungsförderung – die Komplementärmedizin in einem Gesundheitssystem der Zukunft“ nahmen Franz Knieps (Bundesgesundheitsministerium), Dr. Marlies Volkmer (SPD), Dr. Konrad Schily (FDP), Biggi Bender (Bündnis 90/ Die Grünen) und Dr. Daniel Rühmkorf (Die Linke) teil.

 

Interne vs. externe Evidenz?

Zum Auftakt der Veranstaltung wies Dr. Matthias Girke, Vorstand des DAMiD, darauf hin, dass es bei Evidenz und Wirksamkeitsnachweis drei verschiedene Ebenen gäbe: interne Evidenz (ärztliches Erfahrungswissen im Umgang mit Patienten), externe Evidenz (isolierte Überprüfung von einzelnen therapeutischen Maßnahmen) und Patientenpräferenz. Die Schnittstelle dieser drei Ebenen stelle dann den Patientennutzen dar. Girke zeigte auf, dass das momentan vorherrschende Ungleichgewicht von externer zu interner Evidenz überwunden werden müsse, um die interne Evidenz durch die Entwicklung adäquater Evaluationsmethoden stärker berücksichtigen zu können.

Im zweiten Begrüßungsvortrag machte Professor Volker Fintelmann, Hufelandgesellschaft, vor allem deutlich, dass es in Gesellschaft und Politik ein Umdenken zur medizinischen Versorgung geben müsse, um die komplementärmedizinische Forschung stärker zu fördern. Fintelmann führte aus, dass die heutigen großen Forschungsvorhaben im Bereich der Molekularbiologie oder der modernen Hirnforschung lägen und der Patient als gesamter Mensch dabei aus dem Blickfeld gerate. Auch Fintelmann forderte eine stärkere Gewichtung der internen Evidenz, um die ärztliche Erfahrung mit in den Wirksamkeitsnachweis einfließen zu lassen. In der „heutigen Welt der Befunde“ gehe es außerdem darum, auch die „Befindlichkeit“ der Patientinnen und Patienten wieder stärker zu berücksichtigen.

 

Forschung unter Alltagsbedingungen

Im Anschluss an diese Grußworte hielt Dr. Helmut Kiene (Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie, Freiburg) seinen Impulsvortrag „Die Bedeutung der Versorgungsforschung in der Komplementärmedizin und ihre Relevanz für die Gesundheitsversorgung“. In seinem Beitrag zeigte Kiene auf, dass die Komplementärmedizin heute „längst im Mainstream“ angekommen sei: „Über 50 Prozent der Ärzte, über 70 Prozent der Bevölkerung stehen der Komplementärmedizin positiv gegenüber“. Randomisierte, verblindete Forschungsvorhaben kamen in der Vergangenheit zu schwachen Ergebnissen für die Komplementärmedizin. Untersucht man jedoch die tatsächliche Versorgungswirklichkeit, so schneidet die Komplementärmedizin als Gesamtsystem in der Regel sehr gut ab. Als gutes Beispiel für eine aussagekräftige Versorgungsforschung wurde die „Anthroposophische Medizin Outcomes-Studie“ (2004) genannt, die gezeigt hatte, dass sich die Beschwerden zu verschiedenen chronischen Krankheitsbildern – auch und gerade im Langzeitverlauf – dauerhaft gebessert hatten. 2005 zeigt die IIPCOS-Studie ebenfalls gute Ergebnisse, als akute Atemwegs- und Ohrinfekte unter anthroposophischer und schulmedizinischer Therapie untersucht wurden. Abschließend zählte Kiene einige wichtige Anforderungen an die heutige medizinische Forschungslandschaft auf: „Wir brauchen mehr Forschung an der Schnittstelle von konventioneller zu komplementärer Therapie, die Entwicklung von entsprechenden spezifischen Evaluationstechniken, die Integration von komplementärmedizinischen Lehrstühlen in die universitäre Ausbildung sowie den Aufbau von spezifischen Forschungsinstituten.“

 

Konkrete Erfolge einer erweiterten Medizin

Den zweiten Impulsvortrag hielt Dr. Andreas Michalsen (Kliniken Essen-Mitte, Universität Duisburg-Essen) zum Thema „Versorgungsforschung an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin Essen“. In seinem Referat schilderte Michalsen die Erfahrungen der Klinik in Essen, die Verfahren der seriösen Naturheilkunde mit der Schulmedizin kombiniert und als dritten Schwerpunkt auf Lebensstilveränderungen der Patientinnen und Patienten abzielt. Umfragen des Krankenhauses zeigen, dass sich über 50 Prozent der Patientinnen und Patienten für eine Kombination von Schul- und Komplementärmedizin entscheiden. Zu einzelnen alternativmedizinischen Therapieverfahren stellte Michalsen einen klinischen Wirksamkeitsnachweis vor, zum Beispiel für das Heilfasten bei Polyarthritis (Gelenkrheuma) oder für die Blutegeltherapie bei Gonarthrose. Michalsen schloss mit den Worten: „Die bisherigen Studien zeigen, dass die Komplementärmedizin ein großes Potenzial hat. Außerdem wünschen sie sich die Patientinnen und Patienten. Also ist unser Auftrag klar: komplementärmedizinisch weiter zu behandeln und zu forschen“.

 

Botschaften der politischen Vertreter

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Professor Volker Fintelmann moderiert wurde, tauschten sich die anwesenden Gesundheitspolitiker lebhaft darüber aus, wie Forschung und Wissenschaft für die Komplementärmedizin weiter entwickelt werden können. Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesundheitsreform bewertete Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, neben den Wahltarifen als positiv, dass der Patientennutzen in der Kosten-Nutzen-Bewertung seit der aktuellen Gesundheitsreform einen höheren Stellenwert bekommen habe. Kontrovers wurde die jetzige Stellung der Komplementärmedizin im Gesundheitssystem diskutiert. Während Marlies Volkmer die Komplementärmedizin durch die besonderen Therapierichtungen im Gesetzestext gestärkt sah und vor allem auf die neuen Möglichkeiten der geplanten Wahltarife sowie der Integrierten Versorgung hinwies, formulierte Dr. Daniel Rühmkorf kritisch, dass eine echte salutogenetische Perspektive im Gesundheitswesen und auch in der Bevölkerung noch längst nicht angekommen sei: „Komplementärmedizin bedeutet mehr als nur Globuli. Sie bedeutet einen echten Systemumbau.“ Dr. Konrad Schily wies darauf hin, dass die Komplementärmedizin nur dann von der Politik gestützt werden könne, wenn wissenschaftliche Belege zu Wirksamkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit vorliegen: „Eine gleichzeitig praktisch und rational aufgebaute Versorgungsforschung – und zwar jenseits der heftigen früheren Auseinandersetzungen – sollte intensiviert werden“.

Franz Knieps, Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, sah weitgehend positive Entwicklungen und meinte, dass die Versorgungswirklichkeit heute stärker ins Blickfeld rücke: „RCTs (randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudien) sind eben doch nicht einzig aussagekräftig.“ Nun sollten die ermutigenden Ergebnisse von Modellvorhaben auch in die Regelversorgung einfließen, zum Beispiel auch für die große Gruppe der alten oder chronisch kranken Patienten. In die Forschung sollen Aspekte einer ganzheitlichen Perspektive sowie der Salutogenese mit aufgenommen werden – hier gebe es allerdings erhebliche Widerstände seitens der Wissenschaft: „In diesem Punkt ist sich die Community, also Ärzte und die Pharmahersteller, eben selbst überhaupt nicht einig“.

Einig waren sich die politischen Vertreterinnen und Vertreter, dass es sinnvoll sei, eine unabhängige Forschung jenseits großer Etats der Pharmaindustrie stärker zu fördern, und zwar sowohl strukturell als auch finanziell, beispielsweise durch das Forschungsministerium. Vorgeschlagen wurde auch, dass die Krankenkassen Modelle zur komplementärmedizinischen Versorgung aufgreifen – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen. Die Politikerinnen und Politiker betonten im Gespräch immer wieder, dass ein Abend wie der gestrige sehr hilfreich sei, um neue Beispiele oder Ergebnisse zum komplementärmedizinischen Wirksamkeitsnachweis kennenzulernen und zu diskutieren. Und noch etwas wurde besonders hervorgehoben: Die Zeiten der von allen Beteiligten mit quasi religiöser Inbrunst geführten Auseinandersetzungen um Schul- oder Komplementärmedizin seien glücklicherweise vorbei. Jetzt könne wirklich konstruktiv und vor allem im Dialog miteinander gearbeitet werden.

Im Anschluss an die Diskussion nutzte erfreulicherweise ein großer Teil der Gäste die Möglichkeit bei Köstlichkeiten vom Buffet die spannende Diskussion der Podiumsveranstaltung fortzusetzen. Darüber hinaus bot sich die Möglichkeit sehr direkt und intensiv mit den Politikern, mit den Vertretern des Ministeriums und den VertreterInnen unterschiedlichster Verbände und Institutionen aus dem Gesundheitswesen über die besonderen Anliegen der Komplementärmedizin zu sprechen.

 

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Komplementärmedizin im Gespräch (11. Mai 2006)


Berlin, 11. Mai 2006. Austausch und Dialog standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Komplementärmedizinische Gespräche – Perspektiven für eine ganzheitliche Medizin“, die am 10. Mai 2006 in Berlin stattgefunden hat. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung vom Hauptstadtbüro Komplementärmedizin, in dem sich die Hufelandgesellschaft (Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin) und der DAMiD zusammengeschlossen haben. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um miteinander über die Komplementärmedizin ins Gespräch zu kommen. Als politische Vertreterinnen und Vetreter waren anwesend: Helga Kühn-Mengel, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Dr. Wolf Bauer (CDU), Dr. Marlies Volkmer (SPD), Dr. Konrad Schily (FDP), Dr. Daniel Rühmkorf (Die Linke) und Birgitt Bender (Bündnis 90 / Die Grünen).

 

Viel Dialog

Politik und Wissenschaft betonten in verschiedenen Beiträgen im Rahmen der Veranstaltung, wie wichtig die Komplementärmedizin für den Methodenpluralismus ist. Inhaltlich ging es in erster Linie um das Thema Wirksamkeitsnachweis. In intensiven Gesprächen wurde deutlich, dass zwischen Politik, Verwaltung und Komplementärmedizin ein selbstverständlicher Kontakt entstanden ist, der sich sehr positiv auf den fachlichen Austausch auswirkt.

 

Chancen der Komplementärmedizin

Zum Auftakt der Veranstaltung bezeichnete Dr. Helmut Sauer, Vorstand der Hufelandgesellschaft, das Gesundheitswesen selbst als einen dauerhaft kranken Patienten. Die Zahl älterer, kranker Menschen steigt, chronische Erkrankungen nehmen zu. Die Medizin heute werde umdenken müssen, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen begegnen zu können. Dr. Matthias Girke, Vorstand des DAMiD, betonte, dass es der Komplementärmedizin nicht um eine Konkurrenz zur Schulmedizin gehe. Vielmehr gehe es darum, eine integrative Medizin zu entwickeln, in der die Komplementärmedizin als sinnvolle Ergänzung und Erweiterung ihren festen Platz hat.

 

Politische Botschaften

Helga Kühn-Mengel, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass die Komplementärmedizin von den Patientinnen und Patienten zunehmend nachgefragt wird und berechtigterweise zu einer festen Größe im Methodenpluralismus geworden sei. Grundsätzlich könne auf objektiv überprüfbare Wirksamkeitsnachweise nicht verzichtet werden, so dass die komplementärmedizinische Wissenschaft und Forschung unterstützt werden sollten. Die Vertreter der großen Koalition, Dr. Wolf Bauer (CDU) und Dr. Marlies Volkmer (SPD) bekräftigten gleichermaßen die große Bedeutung der Komplementärmedizin für das Gesundheitswesen, wiesen jedoch auch auf die Knappheit der Ressourcen hin. Dr. Konrad Schily (FDP) mahnte, dass große Anstrengungen nötig seien, um die lange Tradition der Komplementärmedizin, wie sie in Deutschland selbstverständlich sei, auf europäischer Ebene abzusichern. Als Vertreter der Linken forderte Dr. Daniel Rühmkorf Pluralismus und Wahlfreiheit, so dass die Patientinnen und Patienten gemeinsam mit ihrem Arzt entscheiden können, welches medizinische Verfahren im Einzelfall sinnvoll sei. Birgitt Bender (Bündnis 90 / Die Grünen) wies darauf hin,dass sich die Grünen in der letzten Legislaturperiode bewusst für die Komplementärmedizin eingesetzt haben. Allerdings wies auch Bender darauf hin, dass im Bereich der Forschung noch weitere Anstrengungen unternommen werden müssen.

 

Impulse für Wissenschaft und Forschung

Professor Stefan Willich (Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité) zeigte in seinem Impulsvortrag „Wirkungsnachweise in der Komplementärmedizin“ auf, dass es in den letzten Jahren zunehmend mehr Forschungsaktivität im Bereich der Komplementärmedizin gäbe, die eine wissenschaftliche Bewertung zum Wirksamkeitsnachweis zulassen. Man brauche hier sowohl stark formalisierte RCT-Studien (randomisierte, kontrollierte Doppelblind-Studien) als auch eine gut ausgebaute Versorgungsforschung, die die Wirkungsweise der Komplementärmedizin eher abbilden könne.

 

Perspektive für Wirksamkeitsnachweise

Den zweiten Impulsvortrag hielt Dr. Dr. Erich Hager zum Thema „Evidenz- versus erkenntnisbasierte Medizin“. Hager kritisierte, dass in den gegenwärtig dominierenden Studiendesigns der RCT-Studien und der Evidenz-basierten Medizin (EbM) komplexe medizinische und individuelle Sachverhalte auf formalisierte mathematische Aussagen reduziert würden. Der Begründer der EbM, David L. Sacket, diese aber folgendermaßen charakterisierte: „Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestmöglichen externen Evidenz aus systematischer Forschung“. Hager betonte, dass Anwendungsbeobachtungen wichtige Evaluationsmethoden sein können. Eine Forschung, die der Komplementärmedizin gerecht werden möchte, aber auch das Arzt-Patientenverhältnis sowie das ärztliche Erfahrungswissen miteinbeziehen muss. Ab-schließend sprach sich Hager für einen speziellen Forschungsfonds aus, der für die Prüfung der Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Verfahren bereitgestellt werden solle.

 

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Komplementärmedizinische Gespräche: „Perspektiven für eine ganzheitliche Medizin“ (10. Mai 2006)


Berlin, April 2006. Für alle medizinischen – und auch für die komplementärmedizinischen – Richtungen gilt gleichermaßen: Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit müssen anhand überprüfbarer Kriterien nachweisbar sein. Das Ziel ist es, medizinische Forschung fachkundig, systematisch und kritisch durchzuführen. Allerdings können die Wege, die zu diesem Ziel führen, durchaus unterschiedlich sein. Denn die Methoden des Qualitäts- und Wirksamkeitsnachweises müssen den jeweiligen Therapierichtungen entsprechen. Seit einiger Zeit wird kontrovers diskutiert, wie objektiv überprüfbare Wirksamkeitsnachweise auch für die Komplementärmedizin erbracht werden können.

Einen Überblick über den Stand der komplementärmedizinischen Diskussion und Forschung will die Auftaktveranstaltung zur geplanten Reihe „Komplementärmedizinische Gespräche – Perspektiven für eine ganzheitliche Medizin“ geben, die am 10. Mai 2006 im Hauptstadtbüro Komplementärmedizin in Berlin stattfindet. Mit der Gesprächsreihe soll ein angemessener Rahmen geschaffen werden, um den Austausch zwischen Politik, Medizin und interessierter Öffentlichkeit zu fördern.

Zum Auftakt führt Dr. med. Sauer (Vorstand Hufelandgesellschaft) unter der Überschrift „Medizin heute – umdenken, umschwenken“ kurz in die Thematik ein und erläutert seine These „Ohne die Verantwortung des Einzelnen ist die Ware 'Gesundheit' weder bezahlbar noch auf Dauer haltbar.“ Anschließend stellt sich Dr. med. Matthias Girke (Vorstand DAMiD, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe) in seiner Begrüßung der Frage: „Was ist therapeutischer Nutzen in der Medizin?“ und skizziert dabei die verschiedenen Dimensionen des medizinischen Nutzenbegriffs.

Nach diesen beiden Einführungen werden Helga Kühn-Mengel, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Annette Widmann-Mauz (CDU), Dr. med. Marlies Volkmer (SPD), Dr. med. Konrad Schily (FDP), Dr. med. Daniel Rühmkorf (Die Linke) und Birgitt Bender (Bündnis 90 / Die Grünen) Grußworte sprechen.

Im Anschluss werden zwei Impulsvorträge verschiedene Facetten des Themas „Wirksamkeitsnachweis“ beleuchten. Prof. Dr. med. Stefan N. Willich (Insitut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité – Universitätsmedizin Berlin) wird in seinem Referat „Wirkungsnachweise in der Komplementärmedizin“ am Beispiel der Homöopathie aufzeigen, dass es Untersuchungen auf der Basis konventioneller Studientypen gibt, die für die Komplementärmedizin ein wissenschaftlich fundiertes Bild zulassen. Den zweiten Impulsvortrag hält Dr. med. Dr. rer. nat. Erich Dieter Hager (Vorstand Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde, Universitätsklinikum Heidelberg). Unter dem Titel „Evidenz – versus erkenntnisbasierte Medizin“ wird der Referent bestimmte Aspekte der Evidenzbasierten Medizin kritisch hinterfragen.

Durchgeführt wird die Veranstaltungsreihe von der Hufelandgesellschaft und dem Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD). Die beiden Verbände haben sich im Hauptstadtbüro Komplementärmedizin zusammengeschlossen, um die Interessen der Besonderen Therapierichtungen in Berlin zu vertreten und den Vertreterinnen und Vertretern des Gesundheitssystems als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.


Termin:
10. Mai 2006, 18.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Hauptstadtbüro Komplementärmedizin
Chaussseestr. 29
10115 Berlin

 

Kontakt und Anmeldung:

Hufelandgesellschaft:
Sigrid Heinze, Telefon 030-28 09 93 20, info@hufelandgesellschaft.de

 

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Pressekonferenz: Therapiefreiheit - Grundlage eines modernen Gesundheitswesens (7. September 2005)

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte in Deutschland, die Hufelandgesellschaft und der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland haben sich zum Bündnis Komplementärmedizin zusammengeschlossen. Die Verbände haben die anstehende Bundestagswahl zum Anlass genommen gemeinsame Forderungen und Fragen zur besseren Wahrnehmung der Anliegen der Komplementärmedizin in der Gesundheitspolitik zu formulieren. Das Bündnis versteht sich als Aktionsbündnis und ist offen für weitere Verbände.

Denn: In Deutschland haben Methodenpluralismus und Therapiefreiheit für Versicherte, Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Diesem Umstand muss auch die Gesundheitspolitik Rechnung tragen. Umfragen belegen, dass über 70% der Bevölkerung regelmäßig Naturarzneimittel einsetzen und positive Erfahrungen mit komplementärmedizinischen Verfahren haben. Die Einbindung der Komplementärmedizin in das Gesundheitssystem und damit ihre Verfügbarkeit bezieht sich hierbei auf Erstattung, Verfügbarkeit ausgebildeter Ärzte, das Angebot an entsprechenden Kliniken und Therapeuten, die Verfügbarkeit und Weiterentwicklung ihrer Arzneimittel.

 

1. Verfügbarkeit der Komplementärmedizin in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Leistungen der Komplementärmedizin – wie das ausführliche Patientengespräch, therapeutische Leistungen oder Arzneimittel bilden sich im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung nur unzureichend ab. Dies gilt u.a. für das ausführliche Patientengespräch, das eine wesentliche Voraussetzung für den Einsatz komplementärmedizinischer Verfahren darstellt. Komplementärmedizinische Leistungen sind häufig zeitaufwändige Leistungen, weil es um die Wahrnehmung des ganzen Menschen geht. Dennoch ist die komplementärmedizinische Behandlung im Durchschnitt nicht teurer, da Folgekosten im Bereich Arzneimittel, Krankenhausaufenthalte und Kosten der Arbeitsunfähigkeit eingespart werden, wie entsprechende Untersuchungen zeigen konnten.

 

2. Eine zukunftsgerichtete Gesundheitspolitik stärkt den Methodenpluralismus und die Therapiefreiheit

Eine zukunftsgerichtete Gesundheitspolitik muss im Rahmen der Einheit der Medizin einen »geordneten« Pluralismus nicht nur zulassen, sondern auch fördern. Nur so kann ein qualitätsorientierter Wettbewerb entstehen.

Es ist endlich an der Zeit, den § 2 Absatz 1 Satz 2, sowie den § 73 Absatz 1 SGB V positiv zu formulieren: »Behandlungsmethoden, Arznei- und Heilmittel der besonderen Therapierichtungen sind eingeschlossen.«

 

3. Absicherung der Arzneimittel der Komplementärmedizin im Arzneimittelgesetz

Die Arzneimittelgesetzgebung der letzten Jahre war geprägt durch die Anpassung an ein einheitliches europäisches Regelwerk. Die Mehrzahl der Mitgliedstaaten verfügt nicht über eine so lange Tradition in der Herstellung und Anwendung komplementärmedizinischer Arzneimittel. Für die Zukunft ist es weiterhin dringend erforderlich, Regelungen daraufhin zu überprüfen, inwieweit diese auch die Verkehrsfähigkeit und Weiterentwicklung der Arzneimittel der Komplementärmedizin sicherstellen.

 

4. Berücksichtigung der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre

Angesicht der großen und wachsenden Bedeutung der Komplementärmedizin ist es dringend erforderlich die Forschungsaktivitäten zu verstärken, sowie die Ausbildungsmöglichkeiten an den Universitäten auszubauen. Dies ist bislang aus verschiedenen Gründen nicht gelungen, obwohl es in der Komplementärmedizin der klaren Willen gibt, die kritische Evaluation voranzutreiben:

  • Komplementärmedizin ist im universitären Bereich nur unzureichend vertreten
  • Entsprechende Forschungsprojekte wurden in den letzten Jahren weder politisch gewollt noch von der öffentlichen Forschungsförderung gefördert

Die Therapierichtungen haben Forschungsbedarf zur Entwicklung adäquater Methoden z.B. des Nutzen- bzw. des Wirksamkeitsnachweises, sowie in der Versorgungsforschung.

 

5. Der wichtige Beitrag der Komplementärmedizin in der Prävention muss sich auch in einem Präventionsgesetz wieder finden.

Im Rahmen komplementärmedizinischer Verfahren ist Prävention im Sinne der ganzheitlichen Sicht auf den Menschen und der damit verbundenen Einbeziehung vielfältiger Aspekte selbstverständlicher Teil ärztlicher Beratung und Behandlung, nicht zuletzt unter dem Aspekt einer erhöhten Eigenverantwortlichkeit und Salutogenese.

 

Das Bündnis wird auch in der kommenden Legislaturperiode die Gesundheitspolitik kritisch begleiten und daraufhin überprüfen, ob sie dem Anliegen großer Teile der Bevölkerung nach Therapievielfalt und Methodenpluralismus gerecht wird.

 

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Pressekonferenz (6. September 2005)

Welche Rolle spielen komplementäre Heilverfahren künftig in unserem Gesundheitssystem?

Stuttgart/Berlin, August 2005 - Welche Wege geht die Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl am 18. September? Wie vielfältig werden die Methoden und Therapierichtungen sein, aus denen der Patient künftig wählen kann und welche Rolle spielen dabei die komplementären Heilverfahren? – Um diese Fragen geht es bei einer Pressekonferenz der Hufelandgesellschaft und des Haug Verlags am 6. September, 11.30 bis 12.30 Uhr, in Berlin.


Die Hufelandgesellschaft e.V. setzt sich für eine nachhaltige Gesundheitspolitik ein, die den Bürgern den Zugang zu komplementärmedizinischen Verfahren ermöglicht und die Therapiefreiheit der Ärzte sicherstellt. Diese Therapievielfalt spiegelt sich auch im Leistungsverzeichnis der Hufelandgesellschaft wider, das im Haug Verlag Anfang September druckfrisch erscheinen wird.


Themen und Referenten:
Welche Bedeutung haben komplementäre Heilverfahren in einem modernen Gesundheitswesen? – Warum sie so wichtig sind! Dr. med. Ellis Huber Vorstand Securvita BKK; ehemaliger Präsident der Landesärztekammer Berlin


Komplementärmedizin hilft – und senkt Kosten: Was unterstützen Krankenversicherungen? Dr. rer. pol. Marcus Kremer Vorstand der Mannheimer Krankenversicherung


Therapievielfalt zugunsten der Patienten erhalten: Was fordert die Hufelandgesellschaft von der Politik? Dr. med. Helmut Sauer Niedergelassener Arzt mit Praxis in Waldbronn-Reichenbach 1. Vorsitzender der Hufelandgesellschaft

 

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Pressemeldung (2. Juni 2005)

Eröffnung des Haupstadtbüros Komplementärmedizin

Mit den beiden Verbänden, der Hufelandgesellschaft - Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin und dem Dachverband anthroposophische Medizin in Deutschland, wurde mit dem Haupstadtbüro Komplementärmedizin ein Kompetenzzentrum geschaffen, das für Politik und Presse, Institutionen des Gesundheitssystems, Kammern, Krankenkassen, Versicherern und Verbänden sowie interessierten Institutionen eine zentrale Ansprechstelle bietet.

An die 100 Gäste waren der Einladung zur Eröffnung des Hauptstadtbüros Komplementärmedizin gefolgt. Darunter VertreterInnen aus der Politik und dem Gesundheitsministerium, Pressevertreter, Fördermitglieder und Mitglieder der beiden Dachverbände sowie befreundete Verbände.

In ihrer Begrüßung betonte die Staatssekretärin Frau Caspars-Merck die Bedeutung einer Hauptstadtrepräsentanz der Hufelandgesellschaft: „Wer für seine Klientel etwas erreichen will, der muss in Berlin präsent sein. Das gilt umso mehr je vielschichtiger die eigenen Themen sind. Mit dem neuen Büro wird die Komplementärmedizin an Bedeutung gewinnen. Denn: die Standpunkte der verschiedenen Richtungen können gebündelt und koordiniert werden, ihre Ziele und Interessen werden transparenter und die Komplementärmedizin kann sich professioneller als bisher in den politischen Dialog in Berlin einbringen.“ „Mit dem Hauptstadtbüro Komplementärmedizin hat die Komplementärmedizin endlich Sitz und Stimme in Berlin“.

Auch die Redner der Fraktionen Frau Erika Lotz (SPD), Frau Annette Rausch (Grüne), Herr Dr. Bauer (CDU) und Herr Daniel Bahr (FDP) unterstrichen in ihren Grußworten die Notwendigkeit der Berliner Repräsentanz und die Bereitschaft ihrer Parteien zum Dialog über die Anliegen der Komplementärmedizin. Trotz der sehr engagierten Redebeiträge der Politiker wurde jedoch klar, dass sich auch im Fall von Neuwahlen die Bedingungen für die Besonderen Therapieverfahren nicht grundlegend verbessern werden. So verwies Herr Dr. Bauer darauf, dass er mit seiner positiven Einstellung zu diesem Thema bei weitem nicht die Mehrheit seiner Fraktion vertrete.

Das Hauptstadtbüro Komplementärmedizin versteht sich als ein Forum für einen verstärkten Dialog zwischen allen Beteiligten im Gesundheitswesen, der Politik und der Presse.

Das Hauptstadtbüro ist Vernetzungs- und Koordinationsstelle für einen inhaltlichen Austausch aller Fachrichtungen, die Entwicklung gemeinsamer Ziele und Strategien, der Vorbereitung politischer Aktivitäten sowie einer gemeinsamen und wirkungsvollen Öffentlichkeitsarbeit in Hinblick auf die medizinische Fachwelt, die politischen Strukturen und nicht zuletzt die breite Öffentlichkeit.

 

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Pressemeldung …
zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der gesundheitlichen Prävention

Berlin, 09. März 2005

In Berlin trifft sich heute der Bundestagsausschuss für Gesundheit mit Verbänden aus dem Gesundheitswesen, um den Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der gesundheitlichen Prävention zu diskutieren. Zu dieser Anhörung wurden keine Vertreter der besonderen Therapieverfahren geladen. Obgleich Naturheilkunde und Komplementäre Therapieverfahren im Bereich der Prävention über eine lange Tradition, viel Erfahrung und zunehmend aussagekräftige Studien verfügen, wurden die Verbände dieser Therapierichtung in den Entstehungsprozess des Gesetzes nicht einbezogen. Dies entspricht weder der Berücksichtigung wichtiger und vorhandener Kompetenz noch dem Interesse großer Teile der Bevölkerung.

Die Hufelandgesellschaft begrüßt ausdrücklich die Initiative des Gesetzgebers, der Prävention und Gesundheitsförderung neben der Akutmedizin, der Rehabilitation und der Pflege einen eigenständigen Platz im Gesundheitswesen zu schaffen. Die Institutionalisierung der Prävention sowie die Definition und Systematisierung dessen, was Prävention ausmacht, ist die Basis für ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten und dient der Formulierung gemeinsamer Ziele und sinnvoller Umsetzungsstrategien.

In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beklagen, dass die Verbände und Vertreter der Komplementären Medizin weder in den Entstehungsprozess des Gesetzentwurfs einbezogen wurden noch in die parlamentarische Beratung eingebunden sind.
Die Hufelandgesellschaft, Dachverband der Ärzteverbände aus dem Bereich der Komplementärmedizin, stellt mit Bedauern fest, dass auch im Gesetzentwurf die Naturheilverfahren und Komplementäre Medizin nicht vorkommen. Stattdessen liegt der Focus einzig und alleine auf den Erkenntnissen der konventionellen Medizin, die ihre Stärken vor allem im Bereich der Diagnostik, der Notfallmedizin sowie invasiver Therapien hat.

Die Verfahren der Komplementären Medizin haben vielfältige Möglichkeiten:

Im Rahmen der primären Prävention bietet bereits der Grundsatz komplementärer Therapien, der ganzheitliche Blick auf den Menschen, den präventiven Ansatz. Da im Rahmen dieser Therapien bei den Patienten in Bezug auf Lebensgewohnheiten, Ernährung und eigen-verantwortliches Handeln immer und zwangsläufig ein Sensibilisierungs- und Bewusst-werdungsprozess für eine gesunde Lebensweise stattfindet.

Im Rahmen der sekundären Prävention verfügen verschiedene komplementäre Verfahren über nebenwirkungsfreie und kostengünstige diagnostische Verfahren, so z.B. Diagnosetechniken der Osteopathie, die mikrobiologische Stuhldiagnostik, Biophysikalische Diagnostik, die Pulsdiagnose in der Traditionelle Chinesische Medizin und im Ayurveda.

Im Rahmen der tertiären Prävention liegt das größte Wirkungsfeld der komplementären Medizin sowohl in der Rehabilitation, als auch in der Behandlung chronischer Erkrankungen.

Hierzu wird das (im April neu erscheinende) Hufeland Leistungsverzeichnis bereits seit Jahren von privaten Versicherern als Grundlage ihrer Entscheidungen genutzt.

Die Hufelandgesellschaft verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Ergebnisse unterschiedlicher repräsentativer Umfragen (Allensbach, EMNID), die deutlich machen, dass das Interesse des überwiegenden Teils der Bevölkerung hinsichtlich der Nutzung komplementärer Verfahren ausgesprochen hoch ist und seit Jahren kontinuierlich ansteigt.

 

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