Ziele

Politische Empfehlungen für eine Medizin der Zukunft

Die Hufelandgesellschaft als Dachverband der komplementärmedizinisch tätigen Ärzteschaft setzt sich für eine Integrative Medizin – die Medizin der Zukunft ein. Dazu haben wir drei Empfehlungen für die Politik formuliert.

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Ausbau der Integration der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre

•    Aufbau spezieller öffentlicher Forschungsprogramme für die Komplementärmedizin und Einbeziehung der Komplementärmedizin in thematische Forschungsschwerpunkte

•    Einrichtung regulärer, öffentlich geförderter Lehrstühle

ausführlich

Die Komplementärmedizin muss besser in den Versorgungsalltag eingebunden sein

•    Es bedarf einer gezielten politischen Förderung, um im Bereich der stationären Versorgung eine integrative Medizin zu entwickeln.

•    Dazu sollte gesetzlich festgelegt werden, dass mindestens zehn Prozent der Mittel des Innovationsfonds für Projekte mit komplementärmedizinischem Fokus aufgewendet werden müssen.

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Finanzierung komplementärmedizinischer Versorgung für Alle – Gerechtigkeitslücke schließen!

•    Die komplementärmedizinische Versorgung der Bevölkerung muss eine regelhafte Leistung der GKV sein.

•    Es muss ein praktikabler Modus entwickelt werden, wie Methoden der Komplementärmedizin im G-BA angemessen bewertet werden können.

•    Dazu ist eine wissenschaftlich-fachliche Einbeziehung akademischer Experten der Komplementärmedizin erforderlich. Die Hufelandgesellschaft verfügt über ein umfassendes wissenschaftliches Netzwerk und kann diese Expertise zur Verfügung stellen.

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Die Hufelandgesellschaft ist der Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Als Dachverband vertritt sie übergeordnete Interessen:

Die Anerkennung und Einbindung der Verfahren und Therapieformen der Naturheilverfahren und Komplementärmedizin in das Gesundheitssystem.

Die Integration der Komplementärmedizin und Naturheilverfahren in das Medizinstudium.

Die Qualitätssicherung der Verfahren in Fort- und Weiterbildung sowie in der Praxis.

Die gleichberechtigte Partizipation der Komplementärmedizin und Naturheilkunde an der staatlichen Forschungsförderung und im Begutachtungsprozess.

Den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Komplementärmedizin.

Ausbau der Integration der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre

Die Komplementärmedizin in Deutschland hat eine lange Tradition. Das zum Teil Jahrhunderte alte Erfahrungswissen steht noch am Beginn einer systematischen wissenschaftlichen Aufarbeitung. Längst ist die Komplementärmedizin wissenschaftsaffin, es mangelt jedoch an ausreichenden Forschungsmitteln, um bewährtes Erfahrungswissen zu validieren und Schritt für Schritt - im Sinne einer Integrativen Medizin - in Forschung, Lehre und Praxis zu integrieren.

Es gibt in Deutschland knapp 4.000 Medizinlehrstühle. Für die Komplementär-medizin gibt es zurzeit 10 Stiftungsprofessuren. Dies bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Forschungskapazitäten und -mittel bei weitem nicht ausreichen. Dies bedeutet auch, dass die Lehrkapazitäten für die Vermittlung von Grundlagen zu komplementärmedizinischen Verfahren ebenfalls nicht aus-reichen.

Derzeit findet die komplementärmedizinische Ausbildung erst im Anschluss an das Medizinstudium und eine abgeschlossene Facharztausbildung statt.

Um die Verfahren der Komplementärmedizin im Gesundheitswesen sinnvoll zu verankern und eine Integrative Medizin zu befördern, bedarf es daher einer Grundlagenausbildung bereits im Medizinstudium.

Politische Empfehlung

Wer mehr Studien in der Komplementärmedizin fordert, muss öffentliche Forschungsmittel bereitstellen!

•    Aufbau spezieller öffentlicher Forschungsprogramme für die Komplementärmedizin und Einbeziehung der Komplementärmedizin in thematische Forschungsschwerpunkte (z.B. Prävention, Antibiotikaresistenz, chronische Erkrankungen, Lebensqualität von Tumorpatienten, Palliativmedizin).

•    Einrichtung regulärer, öffentlich geförderter Lehrstühle zur akademischen Verankerung der Komplementärmedizin in den verschiedenen medizinischen Fachbereichen.

Die Komplementärmedizin muss besser in den Versorgungsalltag eingebunden sein – im Sinne einer Integrativen Medizin

Komplementärmedizinische Leistungen, die im Sinn der Integrativen Medizin von Ärzten erbracht und eingesetzt werden, ergänzen die konventionelle Medizin nebenwirkungsarm und kostengünstig, aufgrund des ressourcen-orientierten und die Selbstheilungskräfte aktivierenden therapeutischen Ansatzes.

Die komplementärmedizinische Versorgung hat ihre besonderen Stärken in der Behandlung von chronischen Erkrankungen und Schmerzsyndromen, in der Begleitung konventioneller onkologischer Therapien zur Milderung der Nebenwirkungen sowie in der Palliativmedizin.

Die Integrative Medizin als Verbindung von Komplementärmedizin und kon-ventioneller Medizin ist bereits vielfach gelebte Realität und entspricht damit dem stark wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach integrativer Versorgung.

Diese komplementärmedizinische Versorgung leisten im ambulanten Bereich ca. 60.000 entsprechend weitergebildete Haus- und Fachärzte im Sinne einer verantwortungsvollen Integrativen Medizin.

Im stationären Bereich erfolgt in weniger als 1 Prozent der Betten eine komplementärmedizinische Versorgung. Dies entspricht nicht der Nachfrage der Bevölkerung.

Politische Empfehlung

•    Es bedarf einer gezielten politischen Förderung, um im Bereich der stationären Versorgung eine integrative Medizin zu entwickeln.

•    Dazu sollte gesetzlich festgelegt werden, dass mindestens zehn Prozent der Mittel des Innovationsfonds für Projekte mit komplementärmedizinischem Fokus aufgewendet werden müssen.

Finanzierung komplementärmedizinischer Versorgung für Alle

Heute werden nur wenige komplementärmedizinische Leistungen im Rahmen von Satzungsleistungen von den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) finanziert. Der größte Teil der Leistungen wird über private Krankenversicher-ungen im Rahmen von Voll- oder Zusatzverträgen finanziert oder muss als Selbstzahlerleistung von den Patienten getragen werden.

Dies bedeutet, dass vor allem im ambulanten Bereich komplementär-medizinische Leistungen nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung genutzt werden, da sich  viele Menschen eine komplementärmedizinische Versorgung finanziell nicht leisten können.

Betrachtet man darüber hinaus die gesellschaftliche Verteilung chronischer Erkrankungen, dann zeigt sich, dass gerade die, die sich eine komplementär-medizinische Versorgung ökonomisch nicht leisten können, von deren Anwen-dung besonders profitieren würden.

Integrative Medizin und komplementärmedizinische Versorgung ist aber kein Luxus!

Angesichts des großen Potentials der Integrativen Medizin und des stetig wachsenden Interesses der Bevölkerung, komplementärmedizinische Versorgung zu nutzen, ist diese Ungerechtigkeit nicht tragbar.

Politische Empfehlung

•    Die komplementärmedizinische Versorgung der Bevölkerung muss eine regelhafte Leistung der GKV sein.

•    Es muss ein praktikabler Modus entwickelt werden, wie Methoden der Komplementärmedizin im G-BA angemessen bewertet werden können.

•    Dazu ist eine wissenschaftlich-fachliche Einbeziehung akademischer Experten der Komplementärmedizin erforderlich. Die Hufelandgesellschaft verfügt über ein umfassendes wissenschaftliches Netzwerk und kann diese Expertise zur Verfügung stellen.

21. Feb 2018, - Filderklinik Filderstadt
18. Apr 2018, - Kongress- und Kurhaus Freudenstadt
20. Apr 2018, - Freie Universität Berlin

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