Holzschuh-Preis 2023 für Studie zu Vitamin D bei Hautkrebs

Die Arbeitsgruppe von Jörg Reichrath konnte nachweisen, dass ein guter Vitamin D Status deutlich die Verträglichkeit einer modernen Immuntherapie und das Gesamtüberleben bei malignem Melanom verbessert.

Im Rahmen einer virtuellen Preisverleihung wurde im Dezember 2023 der mit 5.000 Euro dotierte Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin an Prof. Dr. med. Jörg Reichrath vergeben. Mit seiner Arbeit konnte er die Bedeutung eines ausreichenden Vitamin D Spiegels in der Therapie bei Hauskrebs (malignes Melanom) nachweisen und zeigen, dass ein guter Vitamin-D-Blutspiegel mit einer besseren Verträglichkeit einer Immuntherapie und eines verbesserten Überlebens einhergehen.

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland, Tendenz steigend. Wenn sich ein Melanom nachweislich bereits im Körper ausgebreitet hat und eine komplette Entfernung der Metastasen nicht möglich ist, wird die Behandlung aufwändiger und die Heilungschancen sind schlechter. Erfreulicherweise hat sich aber durch die Einführung wirksamer neuer Immuntherapien in den letzten Jahren viel getan. Trotz dieser großen Fortschritte stellt die klinische Versorgung der Patienten mit malignem Melanom eine große Herausforderung in der Onkologie dar.

Seit längerem ist bekannt, dass Vitamin D auf das Immunsystem einen positiven Effekt hat: Nur wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Körperabwehr effektiv mobilisiert werden. So weisen Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko unter anderem für akute Atemwegsinfekte auf. Dieser Zusammenhang zeigt sich auch in der Behandlung verschiedener Krebsarten, wie Metaanalysen nahelegen. Um rund 13 Prozent sinkt bei einer Vitamin D-Supplementierung die Krebssterblichkeit – über alle Krebserkrankungen hinweg.

Seit mehr als 20 Jahren erforschen Jörg Reichrath und sein Team die Zusammenhänge zwischen dem Verlauf einer Krebserkrankung und dem Vitamin-D-Status. In der jetzt mit dem Holzschuh Preis ausgezeichneten Pilotstudie konnte bei Patienten mit metastasiertem malignem Melanom, die mit neuen Therapieoptionen wie den „zielgerichteten“ Therapien mit BRAF- oder Checkpoint-Inhibitoren behandelt wurden, die Assoziation eines guten Vitamin D Status mit einem deutlich günstigeren klinischen Verlauf der Erkrankung gezeigt werden. Dieser zeigte sich neben einer besseren Verträglichkeit der Therapie auch in einer eindrucksvoll längeren Gesamtüberlebenszeit (116 Wochen bei Melanompatienten mit 25-Hydroxyvitamin D Serumspiegeln >/= 10 ng/ml gegenüber 66 Wochen bei 25-Hydroxyvitamin D Serumspiegeln < 10 ng/ml, p= 0.008). Insgesamt sprechen diese Ergebnisse für einen großen Einfluß des Vitamin D Status auf den klinischen Verlauf des malignen Melanoms. Jörg Reichrath schlussfolgert: „Die Ergebnisse der Studie eröffnen aussichtsreiche Perspektiven für die Versorgung krebskranker Menschen.“

Prof. Dr. med. Harald Matthes begründet die von der Jury getroffene Auswahl: “Die Arbeit {von Jörg Reichrath et al} zeichnet sich durch eine sorgfältige Regressionsanalyse aus, deren Ergebnis ein deutliches Argument für eine begleitende Vitamin D Serumspiegelbeachtung beim Malignem Melanom und einer Immuntherapie ist. Denn die Effekte sind beachtlich.“

Ragnar Watteroth, Vorstand der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung betont: “Den Stiftern war es ein großes Anliegen, die komplementäre Medizin zu fördern.“ Und weiter führt er aus: „Ganz besonders freut uns, dass auch in diesem Jahr die Zahl und Qualität der eingereichten Arbeiten sehr hoch ist. Das zeigt, dass unser Preis eine wichtige Rolle in der Integrativen Medizin einnimmt – diese hochkarätigen Forschungsarbeiten in der Allgemeinheit bekannter zu machen.“

Der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin wird jährlich ausgeschrieben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige, von der Hufelandgesellschaft und der Holzschuh-Stiftung zusammengestellte Jury. Bewertet werden dabei unter anderem das Studiendesign und die Qualität der Ergebnisse sowie die Relevanz für die Komplementärmedizin.

Reichrath J, Biersack F, Wagenpfeil S, Schöpe J, Pföhler C, Saternus R and Vogt T (2022) Low Vitamin D Status Predicts Poor Clinical Outcome in Advanced Melanoma Treated With Immune Checkpoint or BRAF/MEK Inhibitors: A Prospective Non- Interventional Side-by-Side Analysis. Front. Oncol. 12:839816. doi: 10.3389/fonc.2022.839816

Weitere Quellen:

Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 11.02.2021 (abgerufen am 21.12.23 hier https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2021/dkfz-pm-21-07-Vitamin-D-Supplementierung-moeglicher-Gewinn-an-Lebensjahren-bei-gleichzeitiger-Kostenersparnis.php)

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