Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin

Wir zeichnen Forschung aus – der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin

Seit mehr als 15 Jahren vergibt die Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung gemeinsam mit der Hufelandgesellschaft jährlich einen Preis für herausragende Forschungsergebnisse in der Komplementärmedizin und Integrativen Medizin.

Vergabe:                          jährlich

Dotierung:                        5.000 €

Einsendeschluss:             jeweils 31. März des Jahres (Maileingang/Poststempel)

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Mit zahlreichen anspruchsvollen und innovativen Arbeiten und einer großen Spannbreite an Themen ist er einer der bedeutendsten Forschungspreise auf diesem Gebiet.

Die Preisträgerin 2019: Dr. med. Carolin Hack

2019 zeichneten die Holzschuh-Stiftung und die Hufelandgesellschaft die Forschungsarbeit von Dr. Carolin Hack und ihrer Arbeitsgruppe mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin aus. Diese Arbeit bestätigt: Brustkrebspatientinnen profitieren maßgeblich von einem integrativen Beratungs- und Therapieangebot – dieses sollte deshalb verstärkt in die reguläre klinische Versorgung integriert werden.

Zur Pressemitteilung

Bewerbungskriterien

Eingereicht werden können Arbeiten, die sich in besonderem Maße Themen und Fragestellungen aus dem Bereich Naturheilkunde und Komplementärmedizin widmen. Sie können allen wissenschaftlichen Fachrichtungen entstammen, z.B. Grundlagenforschung, der klinischen Anwendung und der epidemiologisch-sozialmedizinischen Forschung.

Zugelassen für den Wettbewerb sind angehende Ärzt*innen mit einer bereits abgeschlossenen Arbeit/ Abschlussarbeit/ Promotion, Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen in Praxis, Klinik und Universität sowie Naturwissenschaftler*innen und Pharmazeuten. Aufgrund der Stiftungssatzung sind nur Personen oder Institutionen mit Sitz in Deutschland zum Wettbewerb zugelassen.

Die eingereichten Arbeiten müssen in den letzten zwei Jahren vor der Teilnahme in einer Fachzeitschrift publiziert oder zur Publikation angenommen oder einer Universität vorgelegt worden sein. Die Arbeit ist vorzugsweise digital einzureichen.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige, von der Hufelandgesellschaft und der Holzschuh-Stiftung zusammengestellte Jury. Bewertet werden dabei unter anderem das Studiendesign und die Qualität der Ergebnisse sowie die Relevanz für die Komplementärmedizin. Der Beschluss der Jury ist unanfechtbar. Der Rechtsweg bleibt ausgeschlossen.

Preiswürdige Studie bestätigt: Brustkrebspatientinnen profitieren maßgeblich von Integrativem Angebot

Pressemitteilung zur Verleihung des Holzschuh-Preises für Komplementärmedizin 2019

Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich eine integrative Medizin, die konventionelle Medizin und Verfahren der Komplementärmedizin verbindet. So ist auch die Nachfrage nach einer integrativmedizinischen Behandlung von Krebserkrankungen groß; insbesondere bei Brustkrebs wünschen sich bis zu 90 % aller Betroffenen ein solches Angebot. Gleichwohl gibt es ein solches integratives Angebot nur an wenigen deutschen Kliniken und ist ansonsten sehr uneinheitlich und nicht routinemäßig in die alltägliche klinische Versorgung integriert.

Das Universitäts-Brustzentrum Franken bietet seit Juni 2014 eine standardisierte Sprechstunde für Integrative Medizin an. Mit Hilfe eines umfangreichen Fragebogens und einer interdisziplinären Fallkonferenz wird für jede Patientin ein individueller Behandlungsplan aufgestellt, der aus der Vielzahl naturheilkundlicher Methoden schöpft, u.a. Lebensstilregulation, Bewegungstherapie, Hydrotherapie, Phytotherapie, Ernährungstherapie. Dieser Behandlungsplan wird in einem zweiten Gespräch mit den Patientinnen ausführlich erörtert. Die Umsetzung erfolgt auf Eigeninitiative, die Anwendungen werden selbstständig zu Hause durchgeführt.

Die Arbeitsgruppe um Priv. Doz. Dr. med. Carolin C. Hack evaluierte dieses Angebot im Rahmen einer retrospektiven, monozentrischen Querschnittsstudie. Im Zeitraum von 15 Monaten (Jan 2015- März 2016) wurden die Daten von insgesamt 75 Patientinnen erhoben und ausgewertet. Dafür wurden die Ergebnisse des ersten Fragebogens mit einer Follow-up-Befragung nach frühestens zwei Monaten verglichen. Darin wurden die Patientinnen gebeten, zu beurteilen, inwieweit sich die Beschwerden, Nebenwirkungen der konventionellen Therapie und die Lebensqualität durch die integrativen Angebote geändert haben.

Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Mehr als 80 Prozent, also 4 von 5 Patientinnen erzielten eine Verbesserung der Lebensqualität. Knapp drei Viertel der Befragten berichteten von einer Linderung der Nebenwirkungen der konventionellen Therapie und einer subjektiven Verringerung der Symptome der Krebserkrankung.

„Aufgrund der Ergebnisse unserer Studie kann ich feststellen“, so die Preisträgerin Dr. Hack, „dass sich die Lebensqualität und die Nebenwirkungen von Brustkrebspatientinnen mit der Integrativen Medizin deutlich verbessert haben.“ Und sie ergänzt: „Dies ist möglicherweise auch auf andere Gebiete der Onkologie übertragbar.“

Da die Umsetzung eines integrativen Angebotes an einem zertifizierten Brustzentrum eine hohe gesellschaftliche Bedeutung zukommt, verdient die Arbeit hohe Anerkennung. „Die Daten weisen darauf hin, dass die integrative Onkologie zukünftig als ein Angebot in der Routineversorgung von Mammakarzinompatientinnen auch von sonst konventionell arbeitenden Kliniken inkludiert werden kann“, ergänzt Prof. Dr. Harald Matthes die Begründung der Jury.

Um herausragende Forschungsarbeiten bekannter zu machen und zu würdigen, wird jährlich der mit 5000 Euro dotierte Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin von der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hufelandgesellschaft vergeben.